Deutsche Forschungsgruppe TMS in der Psychiatrie English

Consensus Statement

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation

Konsensus zum therapeutischen Einsatz bei psychiatrischen Erkrankungen

G. Hajak1, f. Padberg2, U. Herwig3, G.W. Eschweiler4, S. Cohrs5, B. Langguth1,C. Schönfeldt-Lecuona6, A.J. Fallgatter7, J. Höppner8, C. Plewina4, P.Eichhammer1
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität 1Regensburg (Direktor: Prof. H.E. Klein), 2München (Direktor: Prof. H.-J. Möller), 3 Zürich (Direktor: Prof. R.M. Nitsch), 4Tübingen (Direktor: Prof. G. Buchkremer), 5Göttingen (Direktor: Prof. E. Rüther), 6Ulm (Direktor: Prof. M. Spitzer), 7Würzburg (Direktor: Prof. H. Beckmann), 8Rostock (Direktor: Prof. S. Herpertz)


Schlüsselwörter
Repetitive Transkranielle Magnetstimulation, rTMS, Depression, Konsensus


Zusammenfassung
Die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine innovative Technologie, mit der nicht-invasiv neurobiologische, physiologische und psychologisch Funktionen des Gehirns moduliert werden können. In Konferenzen deutscher TMS-Experten wurde, einem formalen Konsensusprozess folgend, das Nutzen/Risiko-Verhältnis der rTMS als therapeutische Technik für die Psychiatrie beurteilt. Die rTMS wurde als viel versprechendes und innovatives Verfahren beurteilt, dessen weitere Erforschung wünschenswert ist. Zurzeit erscheinen depressive Störungen unter der Vielzahl untersuchter Diagnosen als mögliche Hauptindikation einer rTMS-Behandlung. Die überwiegend medikamentös vorbehandelten und zum Teil therapieresistenten depressiven Patienten zeigten in den existierenden Studien ein positives Nutzen/Risiko-Profil im Sinne einer moderaten klinischen Verbesserung bei zugleich niedriger Nebenwirkungsrate. Die rTMS sollte grundsätzlich von in der Methode erfahrenen oder speziell ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden. Die aktuellen Sicherheitsempfehlungen sind dabei zu berücksichtigen und ein engmaschiges Therapiemonitoring sollte erfolgen. Obwohl der wissenschaftliche Datenbestand zur rTMS stetig wächst, ist die Methode gegenwärtig noch als experimentelles Therapieverfahren einzuschätzen, das bislang noch weniger gut untersucht ist als vor einer Zulassung stehende Psychopharmaka.

Nervenheilkunde 1/2005; 24: 48-58, Schattauer GmbH


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