TMS Forschungsgruppe RegensburgLeitung: Prof Dr. Peter Eichhammer, Professor Dr. Göran Hajak Das Zentrum für Neuroplastizität und minimal invasive Therapieverfahren befindet sich an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum. Die Klinik für Psychiatrie umfasst ca. 650 Betten mit Patienten aus allen Bereichen der Psychiatrie und ist als Versorgungskrankenhaus für den gesamten Bezirk Oberpfalz zuständig. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums für transkranielle Magnetstimulation sind zum einen das bessere neurobiologische Verständnis verschiedener psychiatrischer Krankheitsbilder sowie der Wirkung von Psychopharmaka. Hierzu werden mit Hilfe der diagnostischen Variante der transkraniellen Magnetstimulation (Doppelpuls-TMS = dTMS) Parameter der kortikalen Exzitabilität erfasst und damit verschiedene psychiatrische Erkrankungen und psychische Beschwerdemuster neurophysiologisch charakterisiert. In Zusammenarbeit mit dem molekulargenetischen Labor werden zudem genetische Determinanten erhoben und ihr Einfluss auf die kortikale Exzitabilität und den Krankheitsverlauf untersucht. Mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren wie der funktionellen Kernspintomografie und der voxelbasierten Morphometrie werden funktionelle und strukturelle neuroplastische Prozesse visualisiert. Ziel ist eine bessere biologische Phänotypisierung psychiatrischer Krankheitsbilder, die Entwicklung möglicher Prädiktoren für den weiteren Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf bestimmte Therapieformen wie beispielsweise Psychopharmaka sowie ein besseres Verständnis der neurobiologischen Prozesse, die psychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen. Zum anderen wird der Einsatz der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) als innovatives Therapieverfahren untersucht. Dabei liegt ein Schwerpunkt der Regensburger Arbeitsgruppe in der Entwicklung neuer Indikationsbereiche. Neben Pilotuntersuchungen zur Beeinflussung von Craving und zur Behandlung der Negativsymptomatik schizophrener Patienten wurde in Regensburg die rTMS Behandlung des chronischen Tinnitus entwickelt und stellt mittlerweile einen Schwerpunkt dar. Weitere wichtige Forschungsziele sind die Optimierung der Stimulationsparameter sowie die neurobiologische Evaluation von rTMS Effekten. In Zusammenarbeit mit der Firma Brainlab wird die so genannte „neuronavigierte“ transkranielle Magnetstimulation weiter entwickelt, die eine gezielte Beeinflussung bestimmter Kortexareale ermöglicht. Durch rTMS induzierte Effekte werden mit Hilfe elektrophysiologischer und bildgebender Verfahren untersucht. Innerhalb der Universität Regensburg bestehen Kooperationen mit den Kliniken für HNO, Neurologie und Neurochirurgie, den Abteilungen für Neuroradiologie, Nuklearmedizin und dem Institut für experimentelle Psychologie sowie eine Einbindung in den Elitestudiengang „Clinical neuroscience“.
Dr. Michael Landgrebe, PD Dr. Berthold Langguth, Prof Dr. Peter Eichhammer, |